Anspruchsvolle Bedingungen, einer WM würdig

Mit drei aufeinanderfolgenden Wertungstagen für beide Klassen ist aus sportlicher Sicht die Segelflug-Weltmeisterschaft der Junioren optimal gestartet. 

Auch am dritten Flugtag konnte pünktlich um 8 Uhr per WhatsApp der Sportleiter der WM Bernd Schmid die Teilnehmenden zum Aufbau der Segelflugzeuge informieren. Am Dienstagabend und in der Nacht sind Gewitter über die Ostalb gezogen. Ausläufer davon haben auch Elchingen getroffen. 

Dennoch stand schon früh am Morgen fest, auch der dritte Wertungstag könnte geflogen werden. Der Deutsche Wetterdienst hat wieder hervorragend Zuarbeit für die WM geliefert.

Mit zwei anspruchsvollen Wettkampftagen ist die 24. Junioren-Segelflugweltmeisterschaft auf dem Flugplatz Elchingen gestartet. Extreme Temperaturen, schwierige Thermik und erste Außenlandungen verlangten den Nachwuchspilotinnen und -Piloten aus aller Welt vom ersten Tag an alles ab.

„Ein Segelflug-Weltmeisterschaft ist immer auch ein Nervenspiel und hat für die Piloten die höchste Priorität. Mit drei Tagen am Stück zu fliegen, ist für die Atmosphäre im Lager und für die Team immer gut. Die Stimmung ist einfach eine ganz andere.

Für Abkühlung haben die Gewitter am Dienstagabend nicht wirklich gesorgt. Dafür gab es am Mittwoch Quellwolken, welche den Piloten und Pilotinnen die Aufwinde quasi markiert haben. Wer Weltmeister werden will, muss unter allen Bedingungen zeigen, dass er der Beste ist“, sagt Sportleiter Bernd Schmid.

Am Dienstag entschied sich die Sportleitung noch für eine sogenannte Assigned Area Tasks (AAT). Dabei müssen die Pilotinnen und Piloten innerhalb einer vorgegebenen Zeit eine möglichst große Strecke zurücklegen. Statt feste Wendepunkte anzufliegen, bewegen sich die Piloten und Pilotinnen in großen Wendesektoren und entscheiden selbst, wie tief sie in diese einfliegen. Das verlangt ununterbrochen taktische Entscheidungen. Neben der Suche nach der besten Thermik müssen Geschwindigkeit, Flugweg und das Verhalten der Konkurrenz permanent neu bewertet werden.

Trotz der schwierigen Bedingungen erreichten die Segelflugzeuge Durchschnittsgeschwindigkeiten von mehr als 120 Stundenkilometern. Nach zwei Wertungstagen führt in der Clubklasse der Tscheche Jan Stastny vor seiner Teamkollegin Michaela Křížová. Dritter ist der Franzose Nicolas Caudrelier. In der Standardklasse liegt der Ungarn Barna Hadi auf dem ersten Platz. Sein Teamkamerad Roland Veronyak ist zweiter vor dem Dänen Jacob Bøgelund Lassen.

Am Mittwoch war dann Racing auf dem Programm:

Die Clubklasse flog von Elchingen nach Blaubeuren und weiter über Schillingsfürst und Solnhofen nach Elchingen. Die Standardklasse flog ein Viereck: Von Aalen, nach Weipertshofen bei Crailsheim und weiter nach Berolzheim. Von dort über Uffenheim und Treuchtlingen wieder auf das Härtsfeld. Nur Speed, dabei erreichen die Segelflugzeuge Spitzengeschwindigkeiten von über 2ookm/h.

In der Gesamtwertung führen die beiden Tschechen Stastny und Křížová vor dem Franzosen Caudrelier. Die beiden Deutschen Nis Zitzelsberger und Florian Kraje liegen auf Platz Vier und Fünf. In der Standardklasse führen die beiden Ungarn Hadi und Veronyak vor dem Dänen Jacob Bøgelund Lassen.

Beim Luftsportring Aalen laufen inzwischen Bereits die Vorbereitungen zum großen Vereinsjubiläum am Samstag. Wenn WM-Sport und das Festprogramm mit Flugvorführungen parallel zusammenlaufen. Ab 11.00 ist dann das Motto beim „Tag des Luftsports“ – „Weltmeisterschaften live erleben“. Es gibt Feierliche Flugzeugtaufen, Vorführungen, Kunstflug und am Abend Ballonglühen in der Dunkelheit. Der LSR Aalen freut sich über möglichst viele Besuchen bei diesem kostenlosen Flugtag der Extraklasse.

Die Stimmung auf dem Flugplatz Elchingen ist derweil ausgezeichnet. Mannschaften und Teamkapitäne aus vielen Nationen loben die Organisation der Weltmeisterschaft der vielen freiwilligen Helfer vor allem aus den Landkreisen Heidenheim und Ostalb. Durch die intensive Berichterstattung in den sozialen Medien verfolgt inzwischen die internationale Segelflugszene die Wettkämpfe auf der Ostalb – und Elchingen bestätigt einmal mehr seinen Ruf als hervorragender Gastgeber für internationale Spitzenveranstaltungen.

Ergebnisse:  SoaringSpot