Schwieriger WM-Auftakt: Hitze fordert Segelflug-Nachwuchs über der Ostalb

Mit zwei anspruchsvollen Wettkampftagen ist die 24. Junioren-Segelflugweltmeisterschaft auf dem Flugplatz Elchingen in ihre heiße Phase gestartet. Extreme Temperaturen, schwierige Thermik und erste Außenlandungen verlangten den Nachwuchspilotinnen und -piloten aus aller Welt vom ersten Tag an alles ab.

Nach den feierlichen Eröffnungs-Zeremonien am Sonntag in Neresheim und Aalen standen am Montag und Dienstag die ersten Wertungsflüge in der Club- und Standardklasse auf dem Programm. Die hochsommerlichen Bedingungen mit Temperaturen deutlich über 30 Grad und einem nahezu wolkenlosen Himmel erschwerten die Thermikbildung am Vormittag erheblich und machten die Aufgaben zu einer besonderen Herausforderung.

„Ein erster Wertungstag hat bei einer Weltmeisterschaft immer eine besondere Bedeutung. Natürlich wären kühlere Temperaturen und Quellwolken ideal. Aber wer Weltmeister werden will, muss unter allen Bedingungen zeigen, dass er der Beste ist“, sagt Sportleiter Bernd Schmid.

Die Sportleitung entschied sich deshalb für sogenannte Assigned Area Tasks (AAT). Dabei müssen die Pilotinnen und Piloten innerhalb einer vorgegebenen Zeit eine möglichst große Strecke zurücklegen. Statt feste Wendepunkte anzufliegen, bewegen sich die Piloten und Pilotinnen in großen Wendesektoren und entscheiden selbst, wie tief sie in diese einfliegen. Das verlangt ununterbrochen taktische Entscheidungen. Neben der Suche nach der besten Thermik müssen Geschwindigkeit, Flugweg und das Verhalten der Konkurrenz permanent neu bewertet werden.

In der Clubklasse führte die erste Aufgabe von Elchingen über Ingelfingen und Rothenstein zurück. Je nach gewählter Route konnten zwischen 138 und 327 Kilometern geflogen werden. Die Standardklasse absolvierte eine Aufgabe über den Hesselberg und Eichstätt mit Strecken zwischen 129 und 212 Kilometern. Trotz der schwierigen Bedingungen erreichten die Segelflugzeuge Durchschnittsgeschwindigkeiten von mehr als 120 Stundenkilometern.

Die Wetterentwicklung blieb während des gesamten Tages im Fokus. Der Deutsche Wetterdienst unterstützte die Sportleitung mit aktuellen Prognosen und warnte vor Gewittern am Abend. Diese zogen jedoch rechtzeitig südwestlich an der Ostalb vorbei. Dennoch erwies sich die Thermik insbesondere für die Clubklasse als äußerst anspruchsvoll. Insgesamt 17 Pilotinnen und Piloten mussten auf Flugplätzen sowie auf Wiesen und Feldern außenlanden. Mehrere schafften es noch bis zum Flugplatz Bopfingen – nur wenige Kilometer vor dem Ziel. Der zweite Wertungstag führte die Clubklasse dann zuerst nach Blaubeuren und dann nach Treuchtlingen und wieder zurück auf das Härtsfeld. Die Standardklasse flog die Strecke Elchingen, Ingelflingen Rothenstein.

Nach zwei Wertungstagen führt in der Clubklasse der Tscheche Jan Stastny vor seiner Teamkollegin Michaela Křížová. Dritter ist der Franzose Nicolas Caudrelier. In der Standardklasse liegt der Ungarn Barna Hadi auf dem ersten Platz. Sein Teamkamerad Roland Veronyak ist zweiter vor dem Dänen Jacob Bøgelund Lassen.

Auch in den kommenden Tagen dürfte das Wetter eine entscheidende Rolle spielen. Eine Kaltfront mit möglicher Gewitterbildung nähert sich der Region. Sportleiter Bernd Schmid stimmt die Aufgaben deshalb laufend mit den Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes ab. „Sollte das Wetter zu kritisch werden, müssen wir einen Wertungstag neutralisieren. Die Sicherheit der Pilotinnen und Piloten steht immer an erster Stelle.“

Die Stimmung auf dem Flugplatz Elchingen ist derweil ausgezeichnet. Mannschaften und Teamkapitäne aus vielen Nationen loben die Organisation der Weltmeisterschaft der vielen freiwilligen Helfer vor allem aus den Landkreisen Heidenheim und Ostalb. Durch die intensive Berichterstattung in den sozialen Medien verfolgt inzwischen die internationale Segelflugszene die Wettkämpfe auf der Ostalb – und Elchingen bestätigt einmal mehr seinen Ruf als hervorragender Gastgeber für internationale Spitzenveranstaltungen.

 

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